Psychotherapie - der richtige Weg?

Wann ist eine Psychotherapie ratsam?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Jeder Mensch kennt psychische Beschwerden. Jeder Mensch gerät im Laufe seines Lebens in verschiedene Krisen. Häufig gelingt es vielen, diese Krisen ohne professionelle Hilfe zu bewältigen. Die menschliche Psyche verfügt über beachtliche Selbstheilungskräfte. Viele Menschen haben Familie und Freunde, die sie hierbei wirkungsvoll unterstützen können. Manchmal gelingt es jedoch über Wochen und Monate nicht, aus eigener Kraft oder durch Gespräche mit einem Partner oder Freund wieder ins Lot zu kommen. Die psychischen Probleme bleiben bestehen, entwickeln oftmals auch eine negative Eigendynamik, der sich der Einzelne allein nur schwer entziehen kann. Dann könnte es sinnvoll sein, einen Psychotherapeuten aufzusuchen und in einem persönlichen Gespräch zu klären, ob eine Behandlung ratsam ist.

Wenn Sie die Mehrheit der folgenden Fragen mit "ja" beantworten, kann es ratsam sein, sich um professionelle Unterstützung zu bemühen. Eine Diagnose kann allerdings nur ein Fachexperte stellen.

  • So kenne ich mich nicht! Fühle ich mich anders als sonst?
  • Beunruhigt mich diese Veränderung?
  • Gibt es eine Erklärung für die Veränderung?
  • Reicht diese nicht aus, um die Dauer und Heftigkeit der Beschwer-den zu begründen?
  • Kann ich meine tägliche Arbeit nur noch mit Mühe verrichten?
  • Mache ich mir immer Sorgen und habe ich viel Angst?
  • Leide ich unter körperlichen Beschwerden?
  • Ist mein Schlaf gestört, schlafe ich zu wenig oder zu viel?
  • Fühle ich mich oft aggressiv, hasserfüllt, gereizt oder bin ich sehr intolerant?
  • Bin ich oft krankgeschrieben?
  • Habe ich Selbstmordgedanken?
  • Habe ich kaum noch Menschen, mit denen ich über meine Probleme sprechen kann?
  • Helfen Gespräche mit Freunden nicht mehr?
  • Fällt die Veränderung auch anderen deutlich auf?
  • Ist das schon länger als drei Monate so?
  • Ist mir das alles egal?

  • (Quelle: www.BPtk.de; Fragen: Rosemarie Piontek: Wegbegleiter Psychotherapie, Bonn 2002)

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Was ist eine psychische Erkrankung?

Die Diagnose erfolgt aufgrund der Symptome. In Deutschland gilt die "Internationale Klassifikation von Krankheiten" (ICD 10) der Weltgesund-heitsorganisation (WHO). Häufig verbreitete psychische Erkrankungen sind z. B.:

  • Depressionen
  • Missbrauch von Alkohol oder Drogen
  • Angsterkrankungen
  • Körperliche Störungen, die psychische Ursachen haben (z.B. Schmerzstörung, Migräne, psychogene Atemnot)
  • Psychose und Schizophrenien
  • Essstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Entwicklungsstörungen
  • Psychische Störung mit Beginn in der Kindheit (z.B. Bindungsstörung, Störung im Sozialverhalten, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom)
  • Geistige Behinderungen.

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Typische Eigenschaften von psychischen Störungen sind, dass

  • sie sehr eingeschränkt willentlich zu steuern sind,
  • sie länger andauern,
  • sie Leiden verursachen,
  • sie das Leben beeinträchtigen (Beruf, Partnerschaft, Familie),
  • sie nicht selten lebensgefährlich sind (Suizidgefahr).

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Wo erhalten Sie weitere Informationen zu psychischen Störungen/Krankheiten?

Im Folgenden haben wir für Sie (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) wichtige Links zusammengetragen, die näheren Aufschluss über psychische Erkrankungen geben können.

www.bptk.de
Auf der Website der Bundespsychotherapeutenkammer finden Sie einen ausführlichen Glossar zu psychischen Störungen.

patienten-information.de
Auf der Website des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin finden Sie alphabetisch sortiert Informationen zu den verschiedensten Krankheiten, auch zu psychischen Störungen. Die Texte berücksichtigen den aktuellen medizinischen Forschungsstand.

www.akdae.de
Auf der von der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, der Techniker-Krankenkasse und dem Bundesgesundheitsministerium heraus-gegebenen Seite finden Sie Krankheitsbeschreibungen im Zusammenhang medikamentöser Therapien. Beispielsweise finden Sie Hinweise zur medi-kamentösen Behandlung von Depressionen.

www.gesundheitsinformation.de
Auf der Website des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen finden Sie Informationen über bestimmte Krankheiten nach Alphabet sortiert. Darüber hinaus gibt es Artikel zu aktuellen Fragestellungen und Behandlungshinweisen.

www.rki.de
Auf der Website des Robert-Koch-Instituts werden Sie zur gesundheitlichen Lage in Deutschland bzw. zur Verbreitung der häufigsten Krankhei-ten informiert.

www.versorgungsleitlinien.de
Die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung sowie die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften entwickeln für die wichtigsten Krankheiten wissenschaftlich begründete Leitlinien. Für alle Versorgungsleitlinien werden auch Patientenleitlinien entwickelt, die in verständlicher Sprache formiert werden. Zur Behandlung von "Depressionen" wird seit 2005 eine Nationale Versorgungsleitlinie erarbeitet, an der auch die Bundespsychotherapeutenkammer beteiligt ist. Eine Patientenleitlinie zu Depression liegt bereits vor.

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Aktuelle Termine

  • 13.03.2010
    6. Landespsychotherapeutentag: Patientinnen und Patienten in der Psychotherapie
    Mit diesem Themenschwerpunkt sprechen wir auch über uns und unsere Psychotherapien - über die Wahrnehmungen innerer und äußerer Realität der Patientinnen und Patienten, über psychotherapeutische Beziehungen, Perspektiven, aber auch über unsere Begrenzungen und Strukturen... mehr »

  • 17.03.2010
    Neues Entgeltsystem in Psychiatrie und Psychosomatik
    Der Workshop der BPtK wird umfangreich über die Einführung und Entwicklung des neuen Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen informieren. mehr »

  • 20.03.2010 (mehrtägig)
    Diagnostik, Begutachtung und Behandlung posttraumatischer Störungen im interkulturellen Setting (Erwachsene, Kinder und Jugendliche)
    Bei der Diagnostik und Behandlung psychisch erkrankter Migranten und Flüchtlinge, die möglicherweise eine traumareaktive Symptomatik aufweisen, ist spezielles Wissen zu Traumafolgestörungen sowie Gesprächsführung im interkulturellen Setting, evtl. unter Einbeziehung von Dolmetschern notwendig. Die Fortbildungsreihe vermittelt theoretische sowie praxisnahe Inhalte und bietet Übungen zur Einarbeit in das Gebiet. mehr »

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