Beauftragter für Menschen mit Behinderungen: Dipl.-Psych. Thomas Abel

Bisher sind wir bundesweit die einzige Kammer mit einer Funktion "Beauftragter für Menschen mit Behinderung". Im Folgenden kurz zu meiner Person und meinen Aufgaben:

Ich bin Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker (DGIP, DGPT), Gruppenanalytiker (BIG), sowie mit Lehranalysen und Supervisionen am Alfred-Adler-Institut in Berlin beauftragt. Ich arbeite niedergelassen in eigener Praxis in Berlin-Charlottenburg, bin selbst blind und dadurch über eigene Erfahrungen, aber auch über Selbsthilfeorganisationen und meine berufliche Tätigkeit mit den Belangen von Menschen mit Behinderungen vertraut.

Ich habe folgende Aufgabenbereiche:

  • Versorgungssituation:
  • Ein wichtiges Anliegen der Kammer war bereits in den letzten Jahren, sich einen Überblick über die Versorgung einzelner Gruppen der Bevölkerung mit Psychotherapie zu verschaffen. Bei Menschen mit Behinderungen gibt es dabei einige Schwierigkeiten und offene Fragen, die sehr unterschiedlich in Bezug auf die verschiedenen Gruppen von Behinderung sind. Ich möchte die Versorgungssituation und die Probleme in diesem Bereich weiter eruieren, differenziert darstellen und bestehende Spezialangebote zusammentragen.

  • Berufliche Situation von Kolleginnen und Kollegen mit Behinderung; Ausbildung und Zulassung:
  • Es gibt gelegentlich Schwierigkeiten bei der Zulassung von Kolleginnen und Kollegen mit Behinderung zu einer psychotherapeutischen Aus- oder Weiterbildung. Sie basieren zumeist auf einem Mangel an Erfahrung mit Behinderung, sowie auf Ängsten und Vorurteilen der jeweiligen Ausbildungsleiter. Sie sind verständlich, sollten jedoch nicht dazu führen, dass jemand in seiner beruflichen Entwicklung behindert wird. Deshalb diene ich auch als Ansprechpartner für Fragen und Bedenken von Ausbildungsleitungen, nötigenfalls auch als Mediator. Einstellungspraxis und berufliche Situation: Ähnliche Fragen ergeben sich für die Kolleginnen und Kollegen mit Behinderungen, die sich für eine Stelle bewerben oder bereits beschäftigt sind. Auch sie können auf technische Barrieren stoßen, aber auch durch Ängste, Informationsmängel oder Stigmatisierungen ihres menschlichen Arbeitsumfeldes behindert werden.

  • Beratung von Patientinnen und Patienten mit Behinderungen, sowie Kolleginnen und Kollegen mit Behinderungen:
  • Ich möchte die vorhandenen Probleme sammeln und durch Information, Beratung oder Vermittlung geeigneter Hilfestellungen Abhilfe schaffen.

  • Information über Psychotherapie durch Kolleginnen und Kollegen mit Behinderungen, sowie Psychotherapie bei Patientinnen und Patienten mit Behinderungen:
  • Da natürlich auch Psychotherapeuten nicht frei von Ängsten und Vorurteilen im Kontakt mit Menschen mit Behinderung sind, suche ich nach Möglichkeiten, wie die breite Fachöffentlichkeit informiert werden kann. Zum einen soll mehr Wissen darüber vermittelt werden, welche Art von Behinderungen einzelne unserer Kolleginnen und Kollegen haben und wie sich diese begrenzend oder aber auch bereichernd auf die Arbeit auswirken. Zum anderen möchte ich die Fachöffentlichkeit besser darüber informieren, bei welchen Behinderungsarten in einer Psychotherapie was zu beachten ist, welche Aspekte etwa in Bezug auf die Verarbeitung einer Behinderung besprochen werden sollten und wo Veränderungen des Behandlungssettings nötig sind. Vorbild kann hier die APA sein, die hierzu zahlreiche Anregungen für ihre Mitglieder zusammen getragen hat.

  • Komplex "Barrierefreiheit":
  • Ich informiere darüber, welche Barrieren es Menschen mit Behinderung erschweren oder verunmöglichen, eine psychotherapeutische Praxis, Beratungsstelle, Klinikeinrichtung etc. aufzusuchen oder sich dort angemessen bewegen oder orientieren zu können. Dies betrifft vor allem geh- und sehbehinderte Menschen. Internetseiten und Informationsmaterial sollte so gestaltet sein, dass sehbehinderte, aber auch geistig behinderte Menschen die Informationen auch wahrnehmen und nutzen können. Schließlich soll ein differenziertes Bild von Barrierefreiheit vermittelt werden, da etwa eine Praxis, die für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich ist, für Menschen mit anderen Behinderungen durchaus erreichbar bzw. barrierefrei ist.

Kontakt

Per Post: an die Kammer
Per Mail: behindertenbeauftragter@psychotherapeutenkammer-berlin.de
Per Telefon: 030 3138736 (Praxis)
Per Fax: 030 50189566 (Praxis)

Thomas Abel

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