Am 24.02.2026 fand die Online-Veranstaltung "Sprechen ohne Begehren – Sprache ohne Subjekt. Das Unbehagen mit der Künstlichen Intelligenz" als Teil der Vortragsreihe: „Psychotherapie im Dialog mit KI – Impulse für die Praxis“ statt.
Der Vortrag von Dr. phil. Moritz Senarclens de Grancy, Psychoanalytiker, beschäftigte sich mit dem Unbehagen, das entsteht, wenn Menschen mit sprachfähigen KI Systemen wie ChatGPT sprechen und dabei auf ein scheinbar allwissendes Gegenüber treffen. Aus psychoanalytischer Sicht wurde gezeigt, dass diese Systeme zwar Sprache produzieren, selbst aber kein Begehren und kein Subjekt haben. Dadurch geraten sie in problematische Positionen: Entweder erzeugen sie den Eindruck eines objektiven, vollständigen Wissens oder sie verkehren den Mangel und das Nichtwissen, die für menschliches Sprechen grundlegend sind. Mit Bezug auf Freud und Lacan wurde deutlich gemacht, warum KI kein therapeutisches Gegenüber sein kann, da sie weder Übertragung trägt noch mit dem Mangel arbeitet, aus dem menschliches Begehren entsteht.