Psychotherapie ist kostbar!
Unter diesem Motto unterstützt die PtK Berlin die Protestaktionen der Psychotherapeut*innenverbände gegen die Kürzungen in der Psychotherapie.
Dies betrifft die Honorarkürzungen um 4,5 %, die nach dem Beschluss des Bewertungsausschusses seit dem 1. April gelten. Es geht auch um mögliche weitere Einschnitte, die nach den Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit drohen können, wie eine Wieder-Einbudgetierung der psychotherapeutischen Leistungen oder die Streichung der Zuschläge für die Kurzzeitpsychotherapie.
Wir haben auf unserer Homepage eine Themenseite Honorarkürzungen eingerichtet, in der wir Sie immer aktuell informieren über geplante Protestmaßnahmen.
Als nächstes wird es einen bundesweiten Protesttag mit einer Groß-Demonstration aller psychotherapeutischen Berufs- und Fachverbände geben, auf die wir Sie aufmerksam machen wollen.
Am Mittwoch, 15.04.2026
um 13:00 Uhr
Ort: Paul-Löbe-Allee, zwischen Paul-Löbe-Haus und Reichstagsgebäude
Anschließend Demonstrationszug zum GKV-Spitzenverband bis ca. 15 Uhr.
Bitte überlegen Sie, ob Sie an dieser Demonstration teilnehmen können. Je mehr Kolleg*innen und Unterstützende sichtbar sind, desto deutlicher das Zeichen an die Politik und Verantwortlichen!
Polizeilicher Hinweis: Es sind keine Hunde erlaubt auf der Demo - auch keine Therapiehunde. Diese werden des Platzes verwiesen und es gilt als kostenpflichtige Ordnungswidrigkeit.
Warum wir demonstrieren:
Die aktuellen Kürzungen stellen eine erhebliche Gefährdung der psychotherapeutischen Versorgung dar. Wir machen auf folgende zentrale Problemlagen aufmerksam:
- Gefährdung der Versorgungssicherheit: Honorarkürzungen führen dazu, dass psychotherapeutische Praxen wirtschaftlich unter Druck geraten. Dies kann dazu führen, dass Behandlungsangebote reduziert oder langfristig aufgegeben werden müssen.
- Einschränkung des Zugangs zur psychotherapeutischen Behandlung: Bereits bestehende lange Wartezeiten drohen sich weiter zu verschärfen. Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen, die ohnehin erschwerten Zugang zur Versorgung haben.
- Abwertung psychotherapeutischer Arbeit: Die Kürzungen senden ein fatales Signal hinsichtlich der gesellschaftlichen Bedeutung psychischer Gesundheit und der Arbeit von Psychotherapeut*innen.
- Verschlechterung der Arbeitsbedingungen: Steigende Anforderungen bei gleichzeitig sinkender Vergütung führen zu einer zunehmenden Belastung der Behandelnden und gefährden die Qualität der Versorgung.
- Nachwuchsproblematik: Weitere Verschärfung der bereits bestehenden unzureichenden Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung. Unattraktive wirtschaftliche Rahmenbedingungen schrecken angehende Psychotherapeut*innen ab und verschärfen langfristig den Nachwuchs.
Unsere Forderungen:
- Rücknahme der Honorarkürzungen und Sicherstellung einer angemessenen Vergütung psychotherapeutischer Leistungen
- Überarbeitung der gesetzlichen Regelungen zur Vergütung (§ 87 SGB V), damit psychotherapeutische Leistungen fair und nachvollziehbar bezahlt werden
- Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung
- Verlässliche und nachhaltige Rahmenbedingungen für Psychotherapeut*innen
Ziel ist es, gemeinsam ein starkes und sichtbares Zeichen für den Erhalt und die Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten psychotherapeutischen Versorgung zu setzen.
Bitte verbreiten Sie diese Einladung in Ihren Netzwerken und bringen Sie Kolleg*innen, Freund*innen und Interessierte mit. Vielen Dank an alle, die sich mit Engagement für die Sicherstellung der psychotherapeutischen Versorgung einsetzen.
Organisator*innen der Demo “Verbände gegen Kürzungen in der Psychotherapie”