Vor dem Berliner Bundesgesundheitsministerium protestierten Ende März Psychotherapeut*innen gegen Kürzungen – auch Kammerpräsidentin Eva Schweitzer-Köhn äußerte dort deutliche Kritik und formulierte klare Forderungen an die Politik. Die Delegierten haben eine Resolution verabschiedet.
Am 26. März versammelten sich mehr als 1.500 Psychotherapeut*innen auf Einladung des Aktionsbündnis Psychotherapie vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin, um gegen geplante Honorarkürzungen für ambulante psychotherapeutische Leistungen zu protestieren. Die Teilnehmenden machten deutlich, dass die vorgesehenen Einschnitte nicht nur die wirtschaftliche Situation der Praxen verschärfen, sondern vor allem die Versorgung von Patient*innen gefährden.
In eigens für den Protest gedruckten T-Shirts mit der Aufschrift „Psychotherapie ist kostbar!“ beteiligten sich Vertreter*innen der Psychotherapeutenkammer Berlin an der Kundgebung, bei der auch Kammerpräsidentin Eva Schweitzer-Köhn eine Rede hielt.
Die Entscheidung zur Absenkung der Honorare kritisierte sie darin als „massiven Affront“ gegenüber niedergelassenen Psychotherapeut*innen und als falsches Signal für die ambulante Versorgung insgesamt. Die Kürzungen träfen unmittelbar Menschen mit psychischen Erkrankungen, die auf verlässliche Hilfe angewiesen sind, warnte Schweitzer-Köhn. Zugleich verwies sie auf gesellschaftliche Folgekosten durch unbehandelte Erkrankungen, etwa Arbeitsausfälle oder Frühverrentungen.
Besonders bei Kindern und Jugendlichen nähmen die psychischen Belastungen weiter zu. Einsparungen in diesem Bereich seien „kurzsichtig und ignorieren die dringenden Bedarfe einer ganzen Generation“. Vor dem Hintergrund steigender Kosten für Praxen und Lebenshaltung sei die Maßnahme „schlicht nicht hinnehmbar“.
Resolution der Kammer und weitere Aktionen gegen die Honorarkürzungen
Die Kammer fordert ein Eingreifen der Politik, um die Versorgung langfristig zu sichern. Die Delegiertenversammlung hat dazu eine Resolution verabschiedet. Der Kammervorstand hat zudem in zahlreichen Gesprächen mit der Presse seine Kritik erörtert.
Wir möchten Sie auch auf weitere Demonstrationen hinweisen: Am 15.04. findet ab 13:00 Uhr eine weitere Großdemonstration in Berlin gegen die Honorarkürzungen statt. Für den 21.5. ist eine Kundgebung unter Beteiligung auch der BPtK zu den Themen Finanzierung der Weiterbildung und Kürzung der Honorare geplant.
Bleiben wir gemeinsam laut!
Weiterführende Links:
- Resolution zur Abwertung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen
- Stellungnahme der PtK Berlin zu den Honorarkürzungen
- PtK Berlin unterstützt Groß-Demonstration der Psychotherapeut*innenverbände gegen Honorarkürzungen am 15.04.2026
- Eva Schweitzer-Köhn im Interview mit der Berliner Zeitung über das Thema Honorarkürzungen (26.03.2026)
- Vizepräsidentin Dr. Lea Gutz kommentiert im Tagesspiegel das Thema Honorarkürzungen (17.03.2026)