Liebe Mitglieder,
wir sind tief erschüttert von dem brutalen Anschlag auf friedlich für Gleichberechtigung und die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt demonstrierende Menschen beim CSD am 25.07. in Berlin. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen, den Verletzten und ihren Angehörigen, (Wahl-)Familien und Freund*innen. Wir trauern mit Ihnen und stehen solidarisch an der Seite des CSD Berlin und der LGBTQ+-Community.
Als Mitglied des Beirates zur psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) ist die Psychotherapeutenkammer Berlin in die Organisation und Koordinierung der psychosozialen Hilfen einbezogen. Der Berliner Krisendienst sowie die Zentrale Anlaufstelle für Betroffene von Terroranschlägen und Großschadensereignissen sowie deren Angehörige sind ebenfalls Beiratsmitglieder und bieten schnelle, niedrigschwellige psychologische Beratung an.
Sie möchten selbst helfen?
Die Psychotherapeutenkammer Berlin hat am 26., 27. und 28. Juli insgesamt an vier anlassbezogenen Sitzungen des Beirates PSNV teilgenommen, zu denen aktuelle Lageberichte geteilt werden. Derzeit reichen die Kapazitäten von Berliner Krisendienst und Traumaambulanzen aus. Wir danken allen, die proaktiv ihre Unterstützung angeboten haben. Das zeigt, wie stark die Solidarität und Hilfsbereitschaft der Berliner Psychotherapeut*innenschaft ist. Diese Botschaft kommt auch bei anderen Organisationen wie queeren Einrichtungen an, welche jedoch aktuell auch keinen zusätzlichen Bedarf haben.
Zusammen mit der KV Berlin hat die Psychotherapeutenkammer Berlin ein Akutbehandlungsangebot speziell für Betroffene eingerichtet, das schnell weitere Behandlungskapazitäten schaffen kann. Wenn Sie Teil der kassenärztlichen Versorgung sind, haben Sie heute Mittag von der KV Berlin eine E-Mail mit entsprechenden Informationen erhalten. Darin wird beschrieben, wie Sie über die Terminservicestelle Akutbehandlungsplätze für Personen, die durch den queerfeindlichen Anschlag psychisch belastet sind, in das TSS-System einstellen können. Wir bitten daher alle Mitglieder, die auch KV-Mitglieder sind, die Terminservicestelle (TSS) in diesem Anliegen zu unterstützen.
Allgemeine Informationen zu Hilfsangeboten
Der Berliner Krisendienst steht sowohl telefonisch als auch in den jeweiligen Bezirken vor Ort für kostenfreie, anonyme Krisenberatung zur Verfügung: www.berliner-krisendienst.de
Die Zentrale Anlaufstelle hat ein kostenloses Hilfetelefon für Betroffene und Angehörige aus allen (Bundes-)Ländern frei geschaltet, welches mit Psychotherapeut*innen besetzt ist, die Traumaberatung anbieten: https://www.berlin.de/zentrale-anlaufstelle/zentrale-anlaufstelle/artik…
Hilfetelefon für Betroffene und Angehörige: 0800 000 9546*
* Aus dem Inland und 24 Stunden kostenlos erreichbar. Bei Anrufen aus dem Ausland wählen Sie bitte 0049 030 18 580 8050
Darüber hinaus sind die Berliner Traumaambulanzen ein Angebot im Rahmen des Sozialen Entschädigungsrechts nach SGB XIV, das Gewaltbetroffenen, Zeugen und auch Angehörigen eine zeitnahe, schnelle psychotherapeutische Erstversorgung ermöglichen soll: https://www.berlin.de/lageso/versorgung/soziales-entschaedigungsrecht/t…
Die Berliner Polizei bittet darum, dass sich alle Betroffenen unter der Hotline für Personenauskünfte 030 84854460 registrieren lassen, um zu gewährleisten, dass sie über alle weiteren Angebote für Betroffene informiert werden können. Diese Hotline ist voraussichtlich noch bis einschließlich Freitag, den 31.07.2026 frei geschaltet.
Die Stadt Berlin informiert über Aktuelles hier: https://www.berlin.de/aktuelles/10533742-958090-transporter-faehrt-in-m…
Über aktuelle Entwicklungen werden wir Sie auch zukünftig vauf unserer Webseite und über Social Media sowie via E-Mail informieren.
Die Psychotherapeutenkammer setzt ihr Engagement für eine gut funktionierende psychosoziale Versorgung sowie Überführung in die Regelversorgung fort. Darüber hinaus stehen wir grundsätzlich für die Gleichberechtigung von LGBTQ+ ein. Der Angriff am Wochenende auf den CSD war ein Angriff auf die Menschenrechte und damit nicht nur auf einen Schutzfaktor der psychischen Gesundheit, sondern auch auf das Fundament unserer Demokratie.
Dr. Lea Gutz
Vizepräsidentin der Psychotherapeutenkammer Berlin